Rückblick 2016

Ein neuer Rekord, ein neuer Titel

Zum ersten Mal wurden Stadtmeister gekürt. 2017 soll sich etwas ändern.

Von Cordula Homann - Donau-Zeitung

Dicht an dicht standen Zuschauer und Läufer am Sonntag am Start- und Zielpunkt des Bona-Inklusionslaufes in der Dillinger Königstraße. Im Foto der Start über die 1000-Meter-Strecke. Insgesamt nahmen über 550 Läufer an der Veranstaltung teil, die von Schwester Claudia Rieß und ihrem Kollegen am Bonaventura-Gymnasium, Rainer Gratzl, der TV-Vorsitzenden Erika Schweizer und Oberbürgermeister Frank Kunz organisiert wird.

Strahlende Gesichter am Start- und am Zielpunkt, strahlender Sonnenschein, strahlende Veranstalter – mehr ging nicht. Der dritte Bona-Inklusionslauf, veranstaltet vom Dillinger Bonaventura-Gymnasium und dem TV Dillingen, war ein voller Erfolg. Und nächstes Jahr soll er noch größer werden. Über 550 Läufer nahmen heuer daran teil, so viele wie noch nie. Kein Wunder: Für jeden hatten die Veranstalter eine passende Strecke. Erst starteten außer Konkurrenz Kinder und Menschen zum Teil mit Handicap, Rollstuhl oder Rollator. Schon da war die Stimmung hervorragend. Der Nebel hatte sich pünktlich zum Startschuss verzogen, und die Läufer spurteten begeistert die 400 Meter vom Dillinger Rathaus zur Studienkirche und zurück. Die nächste Strecke ging schon über 1000 Meter. Mit dabei Luitgard Rappold aus Aislingen mit Finnie Rasch und Sieglinde Mayer von Regens Wagner Glött. Alle drei hatten zuvor „a bissle“ trainiert, sagte Luitgard Rappold, sich am Sonntag gedehnt und aufgewärmt und dann ihren zweiten Bona-Inklusionslauf gut gemeistert. Josefine Miller war mit einer Bewohnerin der Lauinger Elisabethenstiftung dabei: „Wir sind nebeneinander gelaufen, das hat Spaß gemacht“, sagte die junge Frau. An der Strecke verfolgte Carsten Schenk das Geschehen. Er ist Sportkoordinator der Special Olympics, das sind internationale Wettkämpfe geistig behinderter Sportler, die wie die Olympischen Spiele alle vier Jahre ausgetragen werden. Zuletzt 2015 in Los Angeles. Für Schenk ist der Dillinger Bona-Inklusionslauf ein Leuchtturmprojekt. Diese Form der Begegnung wie hier in Dillingen ist, wenn es um Inklusion geht, die Basis allen Handelns. Auch er kürte Sieger. Doch erst gingen die Profis an den Start über zehn Kilometer. Mit dabei Werner Kraus aus Mörslingen und Thomas Stark aus Wittislingen. Die beiden laufen seit 15 Jahren viermal die Woche zusammen und reden dann über alles. „Wenn einer weniger motiviert ist, behält er es für sich“, sagt der 45-jährige Stark und lacht. Kraus ergänzt, dass er und Stark von Beginn an am Dillinger Lauf teilnehmen. „Das ist eine super Sache“, lobt der 67-jährige Kraus. Als erster kam Christian Berthold aus Offingen nach 34 Minuten und 53 Sekunden ins Ziel. Damit hat sich der 33-jährige Triathlet zum dritten Mal den Titel gesichert.
Am fünf-Kilometer-Lauf nahmen zum großen Finale rund 200 Menschen teil, doppelt so viele wie an der zehn-Kilometer-Strecke. Im Stadtsaal wurden dann die Sieger gekürt. Dillingens Oberbürgermeister Frank Kunz, der zusammen mit Sohn Lucas und Bona-Schulleiter Franz Haider am frühen Nachmittag die 1000 Meter bewältigt hatte, bedankte sich bei allen Veranstaltern und den Verantwortlichen der Bona-Schule für diese tolle Sache.

Nächstes Jahr findet der Lauf am 15. Oktober statt, verkündete Schwester Claudia. Sie hatte vor drei Jahren zusammen mit Erich Gruber in einem P-Seminar den Lauf reaktiviert, weitere Mitorganisatoren sind Schwester Claudias Kollege Rainer Gratzl, die Vorsitzende des TV Dillingen, Erika Schweizer, und die Stadt. Vor 20 Jahren hatte es auch einen Dillinger Stadtlauf gegeben. Auf der diesjährigen Rekordzahl will sich die Dillinger Franzsikanerin nicht ausruhen, sondern noch einen Firmenlauf integrieren. „Langfristig schaffen wir die 1000“, ist sie zuversichtlich. Gut, die Strecke müsste dann über die alte B16 führen. „Aber die könnte man ja absperren“, sagt sie und lacht.